Ich möchte mehr Informationen zur Entstehung der Zusatzberufe zur Hebamme zusammentragen, z.B. zur Wochenpflegerin in der BRD oder Mütterfürsorgerin/Mütterberaterin in der DDR-Zeit.
Mutterschutz im Wandel der Zeit.
Beide Berufe wurden nicht mehr an Hebammenschulen oder Sozialfachschulen gelehrt, bis 1996 eine beherzte Lehrhebamme die Unterversorgung und Überforderung der Wöchnerinnen im Familienhaushalt erkannte und selbst anfing, Mütterpflegerinnen gleich dem solidarischen holländischen Prinzip "Kramverzorgste" auszubilden und in die Praxis zu jungen Familien zu entsenden.
Der Buchroman „Das Rote Zelt der Frauen“ von Anita Diamant erzählt über die Frauen des Alten Testaments und die Geschichte der Frauen als Mütter, das Menstruieren, Rituale beim Gebären, über ihre Babies und das Stillen im geschützten Frauenkreis .(Das Rote Zelt der Frauen von Anita Diamant, ISBN 3-426-61916-4, KNAUR-Verlag)
Film: „Die Hebamme“, 2014 erlernte ihr Handwerk mit Liebe zu den Frauen traditionell von ihrer Mutter, schreibt ihre Beobachtungen und Methoden nieder, gezeigt werden die Anfänge eines städtischen Gebärhauses unter Leitung männerdominierter Medizinforschung.
Arbeitshilfe Broschüre "Mütterpflege" (Dezember 2016 - zum Download für Institutionen, Krankenkassen und Frauen)
§ 24h SGB V Haushaltshilfe
Die Versicherte erhält Haushaltshilfe, soweit ihr wegen Schwangerschaft oder Entbindung die Weiterführung des Haushalts nicht möglich und eine andere im Haushalt lebende Person den Haushalt nicht weiterführen kann.
§ 38 Absatz 4 SGB V
gilt entsprechend bei eigener Krankheit als Mutter bis zum 12. Lebensjahr des jüngsten Kindes
Das aktuelle Mutterschutz-Gesetz zum Schutz vor Überlastung der Schwangeren und Wöchnerin bezieht sich ausschließlich auf die Berufswelt und trifft keine Regelungen zum Schutz der Frau bei der häuslichen Familien- und Sorgearbeit. Hier wünsche ich mir unbedingt Nachbesserung und Handlungsbedarf.
Zum Mutterschutzgesetz Die Versorgung von Schwangeren, Gebärenden und Wöchnerinnen kann mit derzeitiger Hebammenanzahl kaum aufrecht gehalten werden. „Da, wo Hebammen verschwinden, …, entstehen neue (Frauenfiguren), die den Frauen diejenige typische weibliche Solidarität und Unterstützung anbieten, die es seit Anbeginn aller Zeiten gibt und für die es immer einen Bedarf geben wird.“
(Auszug Seite 95, Verena Schmid, Hebamme, „Schwangerschaft, Geburt und Mutterwerden“, Ein salutogenetisches Betreuungsmodell, Italien 2007, ISBN 978-3-87777-117-4, Elwin Staude Verlag )
Eine sehr gute Recherche hat Katja Nebe vorgenommen, Arbeitsrechtlerin an der Universität Halle/ Saale:
• Die Grundlage zum Mutterschutz-Gesetz für berufstätige Frauen wurde bereits 1927 gelegt.
• Gesetz über den „Mutter- und Kinderschutz“ DDR 1950
• Neufassung des Mutterschutz-Gesetzes 1951 im Dt. Bundestag